Was ist Waldbaden?

Was bedeutet Shinrin Yoku?

„Shinrin Yoku“ kommt aus Japan und bedeutet wörtlich übersetzt: „Baden in der Waldluft“ oder „eintauchen in die Wald-Atmosphäre“. Waldbaden ist eine Methode zur Stressprävention und Entspannung, die in Japan seit den 1980er Jahren in speziellen Wald-Therapie-Zentren praktiziert wird. Es geht beim Waldbaden darum, bewußt und achtsam Zeit in der gesunden Waldluft zu verbringen.

Was ist beim Waldbaden anders als bei einem Spaziergang oder einer Wanderung?

Langsames gehen, meist in Stille, absichtsloses schlendern und verweilen im Wald, Entschleunigung mit weit geöffneten Sinnen. In 2,5 Stunden legen wir nur etwa 3 Kilometer zurück, in 4 Stunden entsprechend höchstens 5 Kilometer. Im Sommer etwas weniger, im Winter etwas mehr. Dabei verfolgen wir kein bestimmtes Ziel, wir wollen nirgendwo ankommen.

Beim angeleiteten Waldbaden werden die positiven Effekte des Waldes auf den Menschen, durch Einladungen zu "Waldbaden-Übungen" unterstützt und verstärkt.

Das können Übungen zur Entspannung, Meditationen, Wahrnehmungs- und Achtsamkeits-Übungen sein, genauso wie Kreativ-, Bewegungs- und Atem-Übungen, auch aus dem Qigong oder Yoga. Alle Übungen sind Einladungen zum Mitmachen - alles kann, nichts muss!

So gelingt es, zur Ruhe zu kommen, sich zu entspannen und mentale und körperliche Ressourcen wiederaufzubauen, Kraft zu tanken. D
er Körper wird sanft aktiviert, die Gedanken zur Ruhe gebracht, die Seele kann baumeln und wir erleben die Magie des Waldes.

Die Übungen und das vermittelte Hintergrundwissen können mit in den Alltag genommen und zum Stressabbau, zur Entspannung selbst angewendet werden. Achtsamkeit ist eine der bewährtesten Methoden der Stressprävention.

Was macht Waldbaden so gesund ?

Allein der Aufenthalt im Wald hebt die Laune und sorgt für ein inneres Gleichgewicht.

Die Reduzierung der lärmenden Alltagsgeräusche im Wald wirkt Reizüberflutungen und den daraus resultierenden Auswirkungen, wie Schlafstörungen, Seh- und Hörproblemen, Konzentrationsstörungen und auch Kopfschmerzen entgegen.

Im Wald atmen wir staubarmere und kühlere Luft. Außerdem hat die Waldluft eine höhere Luftfeuchtigkeit. Weniger Wind und eine geringere Lichtintensität kann Kopfschmerzen reduzieren und wirkt sich positiv auf die Atemwege aus.

Die Waldluft wirkt aber vor allem durch seine Öle, Duft- und Botenstoffe, die Terpene (Phytonzide) und Boden-Mikroben.

Terpene sind sekundäre Pflanzenstoffe (z.B. Duftstoffe), die von den Bäumen und Pflanzen im Wald abgegeben werden. Sie dienen im Lebensraum Wald als Kommunikationssystem und Botenstoffe. Sie haben eine pharmakologische, gesundheitsfördernde Wirkung auf den Menschen. Sie aktivieren unser Immunsystem und senken z.B. den Blutdruck.

Der Wald wirkt über das psycho-neuro-endokrino-immunologische Netzwerk auf unseren gesamten Körper.  Angesprochen werden unsere Psyche, unser Nervensystem, unser Hormonsystem sowie unser Immunsystem. 

Bewegen wir uns auf dem federnden Waldboden, ist es gelenkschonend.

Waldbaden hat nicht nur einen gesundheitlichen Nutzen, sondern auch auf unsere Gefühlswelt zahlreiche vorteilhafte Auswirkungen:

  • Steigerung von Lebensenergie und Freude
  • Loslassen von negativen Gefühlen und Denkmustern
  • Fröhliche, glückliche, optimistische und positive Stimmung
  • Gedanken dürfen schweifen
  • Förderung von Inspiration und Kreativität
  • Gefühl von Geborgenheit und Dankbarkeit
  • Wertschätzung der Stille und der Natur


Die gezielt eingesetzten achtsamkeitsbasierten Waldbaden-Übungen, unterstützen die Effekte des Waldes auf uns. Achtsamkeit ist eine der wirkungsvollsten Techniken um Stress zu reduzieren und uns zu entspannen. Sie helfen dabei:

  • sich besser zu konzentrieren
  • ausgeglichener zu sein
  • sich weniger gestresst zu fühlen
  • Impulse und Emotionen besser kontrollieren zu können
  • Selbstbewusster zu sein
  • mit schwierigen Gefühlen und Situationen besser umzugehen
  • sich besser einzufühlen in andere (Empathie)
  • Konflikte besser lösen zu können
  • den Schlaf zu verbessern
  • bessere Laune zu bekommen
  • die Körperwahrnehmung zu verbessern
  • u.v.m.

Diese positiven Effekte entstehen, weil die achtsamkeitsbasierten Übungen des Waldbadens auf Struktur und Funktion des Gehirns wirken. Je öfter wir üben, desto mehr, versteht sich.

Geschichte, Daten und Fakten:

  • 1982 schlug die japanische Forstagentur „Waldbäder“ als gesunden Lebensstil für die Bevölkerung vor.
  • 2004-2006 begann das Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei mit Forschungsprojekten die gesundheitsfördernden Effekte der Waldatmosphäre auf den Menschen zu erforschen.
  • 2007 wurde die „Japanische Gesellschaft für Waldmedizin“ gegründet. Waldmedizin ist eine neue interdisziplinäre Wissenschaft, die zur Umwelt-, Präventiv-, und Alternativmedizin gehört. Präsident ist seit 2018 Dr. Qing Li.
  • In Japan gibt es 63 Shinrin Yoku Zentren und 4 Shinrin Yoku Stützpunkte. Dort besuchen die Menschen nicht nur den Wald, sondern halten sich in der Schönheit der Natur auf (z.B. zur Kirschblüte, in Azaleen Wäldern, auf den terrassenförmigen Reisfeldern u.v.m.)
  • Shinrin Yoku in Japan und Südkorea zu einem festen Bestandteil der Gesundheitsvorsorge geworden.


Nicht nur in Japan und Südkorea, sondern auch in Europa und den USA werden zu diesem Thema seit einigen Jahren immer mehr Untersuchungen und Studien veröffentlicht. Diese belegen den positiven Effekt der Aufenthalte im Wald und in der Natur auf den menschlichen Organismus.

Die Ausbildung von Forest-Therapie-Guides, Wald-Gesundheits-Trainern*innen und Kursleitern*innen für Waldbaden legt den Grundstein für die professionelle Vermittlung dieser Konzepte, die teilweise durch die Krankenkassen als Präventionsmaßnahmen laut § 20 Präventionsgesetz anerkannt sind. 

Positive Effekte des Waldbadens auf das Nervensystem:

  • Die Sympathikus-Aktivität nimmt ab
  • Die Parasympathikus-Aktivität steigt (Ruhenerv)
  • Die Atmung wird tiefer
  • Der Blutdruck sinkt
  • Der Blutzucker sinkt
  • Ein verbesserter Schlaf
  • Eine verbesserte Konzentration und Leistungsfähigkeit

Positive Effekte des Waldbadens auf das Hormonsystem:

  • Adrenalin sinkt
  • Noradrenalin sinkt
  • Cortisol sinkt
  • DHEA steigt an (Wunderhormon)


Positive Effekte von Waldbaden auf das Immunsystem:

  • Killerzellen vermehren sich und werden aktiver (NK und CTL - Zellen des Immunsystems zerstören z.B. Zellen, die von Krankheitserregern befallen sind oder Krebszellen). 
  • Anti-Krebs-Proteine steigen (intrazelluläre Anti-Krebs-Proteine in den Lymphozyten)
  • Adiponectin (ein Serumprotein) ist nach dem Waldbaden deutlich erhöht (kann vor metabolischem Syndrom und Diabetes mellitus Typ 2 schützen)
  • Mikro-Organismen, die in der Waldluft schwirren, Mikroben, Pilzsporen und die negativ geladenen Ionen helfen außerdem das Immunsystem zu stärken (Dr. Arnulf Hartl)
  • Schutz vor freien Radikalen

Die Zahlen sind beeindruckend:

  • 1 Tag (ca. 3 Std.) im Wald steigert die Immunabwehr, die natürlichen Killerzellen um 40% und dieser Effekt hält für 7 Tage an!
  • 2 Tage im Wald steigern die Immunabwehr, die natürlichen Killerzellen um mehr als 50%.
  • Bei 2-3 Tage im Wald bleibt die Steigerung für bis zu 30 Tage erhöht, ohne erneut in den Wald zu gehen.

Auch die Leistungs der Killerzellen erhöht sich um über 50% und bleibt erhalten (effizienteres Aufspüren und beseitigen von Viren, Bakterien und potentieller Krebszellen)

  • Der Aufenthalt in der Natur fördert nicht nur die körperliche Gesundheit, ebenso führt er zu mehr Klarheit, einer Besserung genereller Stimmungsstörungen und bewirkt eine signifikante Verringerung von Angstzuständen, Aggressionen und Erschöpfung (Qing Li, 2013)
  • Ebenso förderlich und von elementarer Bedeutung für die gesunde kindliche Entwicklung sind Aufenthalte in der Natur (Gill,2014)
  • Ein bei Kindern häufig beobachtetes Verhalten wie Unruhe, Hyperaktivität und Konzentrationsschwäche, auch in verstärkter Ausprägung, kann durch regelmäßiges Spielen in der Natur bedeutend gemildert werden. (Louv, 2013; A&C. van den Berg, 2010)


Der Ablauf eines Waldbades im Kellerwald

Sie buchen über meine Website die gewünschte Waldbaden-Veranstaltung. Dort finden Sie alle wichtigen Informationen. Natürlich beantworte ich Ihnen gerne alle Fragen, die sich ergeben.

Wir treffen uns am vereinbarten Treffpunkt und lernen uns kennen. Dann gehen wir gemeinsam in den Wald, den ich gut kenne. Dort lade ich Sie zu Waldbaden-Übungen ein. Diese sind ohne Vorkenntnisse einfach umzusetzen. Alles ist freiwillig, alles kann – nichts muss, und es bedarf auch keiner Erklärung, wenn irgendetwas nicht oder anders gemacht werden möchte. Waldbaden – Shinrin Yoku ist Entspannung und Wahrnehmung – und das geht am Besten, wenn wir uns voll und ganz auf den Wald und uns selbst einlassen. Nach der Hälfte unserer Waldbaden-Zeit machen wir eine kleine Pause oder ein Picknick. Dann werde ich weitere Waldbaden-Übungen anbieten. Zum Ende führt uns der Weg zurück zum Treffpunkt, wo Zeit für ein Feedback ist und wir uns verabschieden.

Für wen ist Waldbaden geeignet?

Sie sollten mobil sein und laufen können. Es gibt grundsätzlich keine Altersbegrenzung.

 

Was Sie genau bei der ausgewählten Waldbaden-Veranstaltung erwartet, finden Sie in den einzelnen Beschreibungen der Termine.

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